Hausarztmodell

Worum geht es dabei?
 
Die Hausarzt-Praxis zur Schaltstelle im Gesundheitssystem auszubauen, ist Ziel der Hausarzt-Verträge. Für Versicherte, die mitmachen, ist ihr Hausarzt  dann stets erster Anlaufpunkt. Er überweist an die Fachärzte, bei ihm laufen die Berichte über Befunde, Therapien und verordnete Medikamente zusammen.
 
Dass die Patienten vom Hausarztmodell profitieren, zeigt eine aktuelle Untersuchung unter AOK-Versicherten in Baden-Württemberg. Chronisch Kranke werden besser versorgt, bilanziert Untersuchungsleiter Professor Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universität Frankfurt/Main.
 
Für die Patienten hat das Hausarztmodell einige praktische Vorteile, die sich im Detail aber von Kasse zu Kasse unterscheiden. Sie haben zum Beispiel Anspruch auf eine Extra-Sprechstunde für Berufstätige, zudem gibt es einen jährlichen Gesundheits-Check-up. Verschreibt der Hausarzt rabattierte Medikamente, entfällt oft die Rezeptgebühr.
Im Moment werden auch Facharztmodelle eingeführt (die AOK hat eine Vorreiterrolle dabei), hier haben teilnehmende Patienten noch weitere Vorteile, zum Beispiel kürzere Wartezeiten auf einen Termin.
 
Die teilnehmenden Hausärzte verpflichten sich, regelmäßig Weiterbildungen zu besuchen und nach den aktuellen ärztlichen Leitlinien zu behandeln. Sie sorgen für die Dokumentation aller Patienten-Daten.
Patientinnen und Patienten binden sich für mindestens 12 Monate an einen Arzt. Innerhalb unserer Gemeinschaftspraxis ist es aber auch möglich, vom jeweils anderen Kollegen behandelt zu werden. Auch in Notfällen können sie von anderen Ärzten behandelt werden. In begründeten Fällen ist ein Hausarztwechsel auch vor Ablauf der 12 Monate möglich.
 
Brauche ich für jeden Facharztbesuch eine Überweisung?
 
Ausgenommen von der Überweisungsregelung sind Zahnärzte, Augenärzte und die Gynäkologen. Notfallbehandlungen erfordern ebenfalls keine Überweisung.
Die Überweisung von uns stellt sicher, dass wir über die Behandlung beim Facharzt Informationen bekommen. Diese brauchen wir unbedingt, um Sie bezüglich geplanter Behandlungen beraten zu können. Es ist davon auszugehen, dass die Spezialisierung in der Medizin in den nächsten Jahren noch weiter fortschreitet. Umso wichtiger ist es, dass die Fäden beim Hausarzt wieder zusammen laufen.
 
Warum wünschen wir uns, dass möglichst viele Patientinnen und Patienten sich einschreiben?

Für uns Hausärzte sind die Hausarztverträge eine Möglichkeit, die Bürokratisierung und die ausufernden Dokumentationspflichten einzuschränken. Die Zeit, die wir dadurch gewinnen, kommt unmittelbar Ihnen, unseren Patienten zugute. Die Rahmenbedingungen für die hausärztliche Tätigkeit haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Eine Vielzahl von Regelungen hat mit der Versorgung unserer Patienten herzlich wenig zu tun. Was aus Verwaltungssicht die Dinge zu vereinfachen scheint, ist in der täglichen Praxis eine zusätzliche Belastung. Die zunehmende Bürokratisierung, immer neue Vorschriften, Richtlinien und Dokumentationspflichten machen das hausärztliche Leben nicht leichter.
 
Ihre Entscheidung hat auch politische Bedeutung. Es ist uns wichtig den Hausarzt als Beruf zu stärken. Nach gegenwärtigen Prognosen fehlen in Deutschland bis zum Jahr 2020 ca. 15.000 Hausärzte.